Pflegekunst III: Exotenleder

Pflegekunst III: Exotenleder

Glattlederschuhe sollten alle 14 Tragetage mit einer farblich passenden Pomade und einem schützenden Wachs gepflegt werden. Anders liegt der Fall bei exotischen Lederarten. Wir zeigen, worauf es bei Reptil-, Straußen- und Fischleder tatsächlich ankommt.
Klassische Herrenschuhe bestehen im Allgemeinen aus feinstem Kalbsleder. Bei weniger formellen Anlässen darf es ruhig eine Spur außergewöhnlicher zugehen: Extravagante Designs, moderne Farben und vor allem exotische Leder verwandeln jedes Outfit in einen absoluten Hingucker. Die Häute unserer exotischen Modelle stammen aus speziellen Zuchtfarmen und erfüllen zudem das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES).

Reptilienleder richtig pflegen


Rahmengenähte Herrenschuhe aus faszinierendem Reptilienleder wie das der Teju-Eidechse oder Pythonschlange sind eine wahre Rarität auf dem (internationalen) Schuhmarkt. Bereits die Fertigung eines solchen Exotenschuhs erweist sich als äußerst diffizil und verlangt selbst von erfahrenen Meisterschuhmachern ein hohes Maß an Kunstfertigkeit. Um die atemberaubende Optik jener Herrenschuhe zu erhalten, sollte man nicht nur die Besonderheiten des Leders kennen, sondern auch die wichtigsten Pflegehandgriffe beherrschen.
In der unregelmäßigen Oberfläche von Reptilienledern setzen sich leicht Verunreinigungen und Staub zwischen den Schuppen ab. Nach dem Tragen ist daher ein gründliches Ausbürsten mit einer Staubbürste unverzichtbar. Doch Vorsicht: Die Schuppen niemals entgegen der Wuchsrichtung bürsten, sondern immer in Richtung der Schuppen. Ansonsten besteht die Gefahr, das Leder dauerhaft zu beschädigen.
Bei hartnäckigen Dreckspritzern hilft ein weicher Reinigungsgummi aus Kautschuk oder ein feuchter Lappen weiter. Ebenso wie Glattleder neigt auch Reptilleder dazu, mit der Zeit auszutrocknen. Eine schonende Ledermilch erhält den natürlichen Feuchtigkeitshaushalt und verhindert, dass das Oberleder brüchig und unflexibel wird. Von Zeit zu Zeit sollte außerdem die Schutzschicht auf dem Oberleder erneuert werden, um den sagenhaften Glanz zu bewahren. Am besten macht sich hier ein farbloses Schuhwachs. Im Unterschied zu Glattleder ist diese Prozedur etwas aufwendiger, da die Wachsschicht sorgsam auf den schuppigen Schaft aufgetragen werden muss. Im Übrigen profitieren auch Krokodil-Lederschuhe von einer solchen Pflege.
Tipp: Bedecken Sie bei längeren Tragepausen die Schuhe mit einem feuchten Lappen – auf diese Weise verhindern Sie, dass das Leder in Mitleidenschaft gezogen wird und austrocknet.

Welche Pflege benötigen Fisch- und Straußenleder?


Im Allgemeinen können Herrenschuhe aus Fisch- und Straußenleder ähnlich behandelt werden wie Kalbsleder-Modelle. Eine Vernachlässigung wird ihrem Besitzer spätestens im Hinblick auf die deutlich höheren Anschaffungskosten schmerzlich bewusst werden. Anders als das feine Boxcalf trocknen jene exotischen Leder schneller aus. Insbesondere während der Heizperiode empfiehlt sich das Auflegen eines feuchten Lappens – genauso wie bei den Reptilledern. Die Schuhe sollten unbedingt staubfrei gelagert werden. Damit das Leder außerdem nicht knittrig und spröde wird, ist der Einsatz von Schuhspannern obligatorisch.
Eine hochwertige Emulsionscreme führt dem Leder wichtige Nährstoffe zu und sollte vorsichtig mit einer weichen Ziegenhaarbürste aufpoliert werden. Auch die Anwendung eines hochwertigen Hartwachses verlängert das Schuhleben. Für einen Luxusschuh, der aus dem perlenartigen Leder des Stachelrochens gefertigt wurde, genügt eine regelmäßige Nachfeuchtung mit einem Tuch sowie ein schützenden Wachs.

Was es bei der Schuhpflege von Fell-Schuhen zu beachten gibt


Anders liegt der Fall allerdings bei Schuhen wie unserem Modell No. 485. Bei diesem außergewöhnlichen Herrenschuh wurde das Oberleder vollständig mit samtig-weichem Ziegenfell versehen. Aus diesem Grund beschränkt sich die Schuhpflege weitestgehend auf ein regelmäßiges Ausbürsten. Werden Staub und Dreckpartikel nicht regelmäßig aus dem Oberleder entfernt, können diese das Fell frühzeitig beschädigen. Für die Reinigung eignet sich am besten eine Schuhbürste aus Ziegenhaar, dessen feine Haarspitzen den Staub am besten binden. Die Haare sollten dabei stets in Strichrichtung gebürstet werden, um die Fellstruktur nicht zu beschädigen.
Wurde der Träger doch einmal von einem Regenschauer überrascht und die Schuhe mit Schlamm bespritzt, können hartnäckige Verunreinigungen mit einem Schuhreiniger entfernt werden. Fettige Stellen auf den Haaren lassen sich mit einem alten Hausmann-Tipp beseitigen: Reiben Sie die betreffenden Partien mit etwas Mehl ein, und lassen Sie das Ganze über Nacht ruhen. Das Mehl zieht den Schmutz aus den Haaren und erleichtert das spätere Ausbürsten.
Mit diesen wenigen Handgriffen bewahren Ihre exotischen Schuhe lange Zeit ihr sagenhaftes Erscheinungsbild.

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